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Wanderfahrt ins Altmühltal
Am langen Wochenende nach Fronleichnam ging die diesjährige Wanderfahrt ins Altmühltal. Idyllisch am Rande der Eichstätter Altstadt lag der Zeltplatz direkt an der Altmühl und der Bootsanlegestelle Eichstätt-Stadt, auf dem wir uns gemütlich mit Zelten, Wohnmobilen und Küchenzelt eingerichtet hatten. Eigentlich ist es ein Wohnmobilstellplatz und ein davon getrennter Zeltplatz. Und wo Wohnmobile stehen, dürfen keine Zelte und überhaupt müssen die Fahrzeuge quer zur Fahrgasse ausgerichtet und … – das machte uns der Platzwart wortreich klar, als alles aufgebaut war. Zum Glück war er ein echter Kölscher, der sich schnell mit einer rheinischen Plattitüde (Et kütt wie et kütt; et hätt noch allweil jot jejange) trösten ließ und uns fortan mit kleinen Anekdoten à la Jürgen Becker unterhielt: „Wissen Sie eigentlich, dass ich sonst Geld dafür nehme, was ich hier alles erzähle...?“
Dass für die Übernachtung eine Gebühr fällig wird, war uns ja vorher klar; der Münzeinwurf jeweils für Wasser, warme Dusche, und Strom war dann aber doch etwas lästig.
Das Küchenzelt, das wir fachmännisch mit selbst geschnitzten Holzbeinen stabilisiert hatten, weil irgendwer wahrscheinlich heimlich und in der Nacht vor der Abfahrt vier Zeltstangen gemopst hatte, diente vor allem der Einnahme des Frühstücks. Nicht genug kann an dieser Stelle Rolf gedankt werden, der jedem seine Brötchenwünsche von den Augen ablas und – kaum hatte es der Bäcker aus dem Ofen geholt – mit frischem, krossem, duftendem, warmen Backwerk pünktlich noch bevor der erste sich aus Morpheus Armen erhoben hatte, vor dem Zelteingang stand und damit nicht genug: auch Tomaten, Eier, Frischkäse und Milch ergossen sich aus seinem Füllhorn.
Ähnlich paradiesisch war das Wetter: bei gefühlten 26 Grad lachte die Sonne vom blauen Himmel über den Wolken. So brachte der leichte Regen ab und zu eine willkommene Abkühlung – wer schläft schon gern im heißen Zelt! Und auch auf dem Fluss waren die Gelegenheiten zur Erfrischung rar – nur zwei harmlose Bootsrutschen boten Gelegenheit, die Spritzdecke zu benetzen. Damit zur Hauptsache: Paddeln auf der Altmühl ist echt was für Oma – keine Strömung, keine Schwälle, nix verblockt. Lediglich einige Wehre zwangen zum Umtragen, da wäre Oma etwas aus der Puste gekommen, wenn sie nicht – wie Günter – ein federleichtes, pfeilschnelles Carbon-Kajak von Opa (äh… Christa) ausgeliehen hätte. So konnten wir, ohne allzu sehr durchs Paddeln abgelenkt zu sein, die schöne Landschaft zwischen Treuchtlingen und Hagenacker (Freitag) bzw. Hagenacker und Eichstätt (Samstag) genießen.
Schön war auch, dass die Kunden der zahlreichen Bootsverleiher – von Wolfgang zärtlich Kreisch-Canadier genannt – weder durch Überzahl noch durch Kreisch(en) unangenehm auffielen. Auffallend war jedoch die mentale Neigung besonders dicker Männer zum Canadier-Fahren; die körperliche Neigung führte prompt zum zweimaligen Einsteigen („Scheiß‘ Alkohol…“). Zur Freude an der Paddeltour trug auch der informative und mehrfach aktualisierte Bericht von Alfred Böhm (www.edelbunny.de/bootswandern.html) über eine Vier-Tages-Tour auf der Altmühl bei: neben präzisen Angaben über Zeltplätze und Wehre (einschließlich farbigen Karten mit Umtrageweg und Fotos) finden sich hier hilfreiche Hinweise auf Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten. Hierfür herzlichen Dank, Alfred Böhm und vielleicht erreicht Ihr Reisebericht in der nächsten Überarbeitung auch den sprachlichen Olymp durch den Hinweis, dass „rudern“ immer rückwärts geht, Canadier und Kajaks jedoch (vorwärts) gepaddelt werden.
Bei dieser Gelegenheit verneigen wir uns auch nochmal voller Dankbarkeit beim Brötchendienst und bei Dieter für die hervorragende Organisation, die akribische Zusammenstellung der Informationen, die freundliche Reiseleitung und das erfolgreiche Bemühen, diese Wanderfahrt für alle Teilnehmer zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen (ach ist das peinlich – dieser Absatz wird bei der nächsten Überarbeitung gestrichen!).
Kulinarisch erwies sich Eichstätt zur allgemeinen Überraschung als Zentrum der vegetarischen Gastro-Szene Bayerns: die von Wolfgang zusammengestellte Liste enthielt eine Reihe von Gaststätten, die das Herz der Freunde gesunder Vollwertkost höher schlagen ließen. Den Vogel schoss der Braugasthof Trompete ab, der so sehr überzeugen konnte, dass wir dort dreimal hintereinander zu abend aßen. Auch die meisten Getränke waren rein vegetarisch. Zum Glück gab es aber auch ein paar Gerichte, die die Fleischesserinnen zufriedenstellten. Am meisten Hunger hatten Willi und Elle, Dieter und Leila, Günter und Angelika, Günter (ohne Christa), Rolf (auch ohne Christa), Rainer und Wolfgang. - rk
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