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Mit dem Kajak nach Spiekeroog

 

IMG_2196Schon Anfang des Jahres hatte Stefan Müller, unser Seekajakexperte, versprochen, eine Fahrt auf der Nordsee zu organisieren. Als Termin wurde der 21. bis 24. Mai festgesetzt und als Ziel die Insel Spiekeroog.

Neben Stefan nahmen noch Johanna, Rolf, Thomas und ich (Willi) von der KSG an der Fahrt teil sowie 4 weitere Teilnehmer, die alle Seekajakerfahrung hatten. Treffpunkt war am Himmelfahrtstag morgens an der Fähre in Neuharlingersiel.

IMG_2170Die meisten wollten drüben auf der Insel zelten und hier zeigte sich schon der große Unterschied zu unserer Art zu paddeln. Alles, was für die 4 Tage auf der Insel benötigt wurde – Zelt, Schlafsack, Kocher, teilweise Proviant, Kleidung und Waschzeug musste im Boot mitgenommen werden. Erfahrene Seekajakfahrer führen dann noch zusätzlich einige Dinge mit, die der Navigation und der Sicherheit dienen wie Lenzpumpe, Schleppsystem, Reservepaddel, Leuchtrakete und Knicklichter. Kein Wunder, dass wir fast eine Stunde brauchten, bis alles verstaut war. Im beladenen Zustand sind die Boote dann so schwer, dass sie von 4 Personen getragen werden müssen. Die Profis führten hierfür besondere Tragegurte mit.

IMG_2183Die Überfahrt selbst war weniger aufregend als ich mir das vorgestellt hatte. Wir hatten kaum Wind und fuhren mit ablaufendem Wasser. Allerdings konnten wir nicht, obwohl wir Spiekeroog vor uns liegen sahen, geradewegs darauf zufahren. Für uns Flussfahrer war das eine neue Erfahrung.  In diesem Bereich der Nordsee gibt es eine Reihe von Befahrensregeln und Verkehrszeichen, die beachtet werden müssen, - Fahrwasser, die man zügig kreuzen muss, Naturschutzgebiete, die nicht befahren werden dürfen und große Gebiete, die bei Ebbe trocken fallen und umfahren werden müssen. Stefan hatte dies alles im Griff; anhand einer Seekarte erklärte er uns den Kurs und in zwei großen Zickzackschlägen und gemächlicher Fahrt kamen wir nach 1 1/2 Stunden in Spiekeroog an.

Am Freitag war der Wind wesentlich stärker und es war keine größere Kajakaktivität geplant. Einige erkundeten die Umgebung und wir stellten fest, dass Spiekeroog eine sehr schöne Insel ist, auf der man auch ohne Boot sehr schön Urlaub machen kann.

IMG_2185Am Samstag erhielt ich Gelegenheit, in einer größeren Gruppe einmal um die Insel zu fahren. Wir starteten am Campingplatz an der Westseite der Insel und fuhren an der Südseite entlang zwischen Robbenschutzzone und Naturschutzgebiet hindurch zur Ostspitze, die wir nach ca. 3 Stunden erreichten. Nach einer kurzen Pause auf einer Sandbank direkt gegenüber von Wangerooge ging es um Punkt 2 Uhr weiter. Die Zeit musste genau eingehalten werden und war so berechnet, dass wir auf der Durchfahrt zwischen den beiden Inseln mit einer erheblichen Strömung fuhren und am Ende bei der Durchfahrt zwischen Spiekeroog und Langerooge keine Gegenströmung hatten. Wir fuhren zunächst in nördliche Richtung, um aus der Brandungszone der Insel zu kommen. Dabei ging es zum ersten Mal durch erheblichen Wellengang. Ich hatte das Gefühl, durch einen langen Schwall mit unregelmäßigen Wellen zu fahren. Es war dies das einzige Mal, dass ich auch paddeltechnisch gefordert wurde. Die Kondition reichte bei mir so gerade für die ca. sechsstündige Fahrt, vor allem, weil nicht sehr schnell gepaddelt wurde. Die meisten Schwierigkeiten machte mir das lange Sitzen im Boot ohne Möglichkeit, einmal schnell auszusteigen und die eingeschlafenen Beine zu recken oder den Rückengurt zu verändern.

IMG_2179Am Sonntag ging es dann bei geringem Wind und auflaufendem Wasser wieder zurück nach Neuharlingersiel. Nachdem alles verstaut war, trafen wir uns in einer super Fischbude zu einem leckeren Fischgericht und dann ging es wieder heimwärts.

Die Fahrt war für mich ein schönes und sehr interessantes Erlebnis, und ich habe einen kleinen Einblick in das Fahren im Salzwasser bekommen. Beeindruckend war für mich die Abhängigkeit von Wind und Gezeiten und die große Erfahrung die man braucht, um eine solche Fahrt zu unternehmen. Wenn man, wie wir Flussfahrer, diese Erfahrung nicht hat, braucht man halt einen guten Fahrtenleiter und den hatten wir in Stefan Müller.

 

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